Die Geschichte von Goju Ryu
 
Goju Ryu Karate wurde in den späten 1920ern von Chojun Miyagi gegründet. Er wurde am 25. April 1888 in Naha, Okinawa, geboren. Sein Lehrer war Kanryo Higaonna, der Gründer von Naha-te.

"Go" heisst hart, und "Ju" heisst weich, deswegen heisst Goju Ryu "Der Harte und Weiche Weg". Es ist eine Mischung von Okinawa Te (hart) und Shoalin Kung Fu (weich) mit der Betonung des Weissen Kranich Stils. Andere Chinesische Einflüsse beinhalten Pakua Chang, I Chuan and Tai Chi Chuan, welche Sensei Miyagi auf verschiedenen Reisen zum Chinesischen Festland studierte.

Goju Ryu ist ein offen-geschlossenes Selbstverteidigungssystem, charakterisiert durch runde blocks, kombinierte Techniken und Tritt-Techniken zur unteren Körperhälfte. Dynamische Körperspannung und Atmung sind Hauptelemente des Trainings, welche in vielen Katas eingebaut sind.

Am 8. Okt. 1953 stirbt Sensei Miyagi aufgrund eines Herzinfarkts (die häufigste Erklärung) oder an einer Gehirnblutung im Alter von 65 Jahren. Daraufhin haben vier seiner ranghöchsten Schüler eigene Karate-Schulen gegründet. Seiko Higa war Sensei Miyagi's unmittelbarer Nachfolger. Meitoku Yagi gründete Meibukan, Seikichi Toguchi das Shorei-kan und Eiichi Miyazato das Jundokan. Später, 1963, sollte Meitoku Yagi zusammen mit Menkyo Kaiden von der Miyagi-Familie seinen Kimono und Gürtel erhalten und offizielles Oberhaupt des Goju-Ryu-Systems werden.

Ein Nachkomme der Okinawa-Goju-Ryu-Stilrichtung war Gogen Yamaguchi, welcher mit Chojun Miyagi trainierte und den Stil in Japan publik gemacht hat durch Gründung der Japan Karate-Do Federation Goju-Kai. Einer seiner Schüler, Peter Urban, führte das Japanische Goju Ryu 1959 nach Amerika, wo später die U.S.A. Goju Association gegründet wurde. Gosei Yamaguchi, der Sohn von Gogen, folgte 1964. Er zog nach San Fransisco und gründete das Goju-Kai Karate-Do U.S.A.

 
Chojun Miyagi
 
Chojun Miyagi wurde in Naha City, Okinawa am 25. April 1888 als Sohn einer Aristokratenfamilie geboren. Seine Familie war im Import-Export-Business tätig. Sie waren Inhaber zweier Handelsschiffe welche regelmässige Fahrten zum chines. Festland gemacht haben und somit zu den reichsten Familien des Landes gehörten. Er begann mit dem Training als er 11 Jahre alt war im Dojo von Ryuko Aragaki. Als er 14 Jahre alt war erhielt er seine ersten Trainingseinheiten von Kanryo Higaonna. Er wurde nach der Probezeit als Schüler von Kanryo Higaonna akzeptiert.

Das Training war sehr hart mit Schwerpunkt auf Konditions- und Kraftübungen. Es wird gesagt, dass er oft beim Üben der Kata Sanchin vor Erschöpfung ohnmächtig wurde. Soviel Einsatz verlangte Sensei Higaonna von seinen Schülern. Sensei Miyagi trainierte in dieser Härte 13 Jahre bis zum Tod von Kanryo Higaonna und entwickelte sich zum einem aussergewöhnlich starken Karateka.

Sensei Miyagi reiste nach China und hatte durch das einflussreiche Geschäft seiner Familie die Möglichkeit sich ganz auf die Kampfkunst zu konzentrieren. Sein Bestreben war Meister Ryu Ryuko zu finden mit dem Kanryo Higaonna Karate erlernte. Er fand ihn leider nicht aber nahm trotzdem das Wissen über verschiedene diverse Kampfstile mit nach Hause. Wissenswert ist die Kata Rokkishu welche ihm half die Kata Tensho zu begründen. Einer seiner mitreisenden Freunde auf seinen Chinareisen war der Spezialist des weissen Kranichstils Gokeni welcher 1913 nach Okinawa kam. Er wurde ein enger Freund von Miyagi und Trainingspartner. Ihre Freudschaft wuchs weiter als sie nach Okinawa zurückkehrten. Miyagi trainierte in der von Higaonna erlernten Art immer weiter bedacht auf hartes Training um die eigene Kraft zu steigern. Er beschränkte sein Training nicht nur auf das Dojo. Er war wie verfolgt vom Training und war immer hellwach um in jeder Situation seine Künste zu präsentieren.

1921 wurde er auserwählt um Naha-te beim Kronprinzen Hirohito vorzuführen (Hirohoto war der nächste Thronanwärter). Miyagi gab eine überragende Vorstellung. Er wiederholte dies im Jahr 1925 für Kronprinz Chichibu. Miyagi arbeitete an der Zukunft von "Okinawan Fighting Arts" und im Jahr 1926, als er 38 Jahre alt war, gründete er den Karate-Research-Club mit Chomo Hanashiro (Shuri-te), Kenwa Mabuni (Shito-Ryu) und Mogobu Choyo, mit denen er die nächsten 3 Jahre Grundtechnik, Fitness; Kata und Philosophie des Karate trainierte und studierte.

Andere Karatekas welche den Club angehörten waren Johatsu Kyoda, Seikichi Uehara, Shimpan Gusukuma und Gokeni. Im Jahr 1929 wurde Miyagi von Gogen Yamaguchi nach Japan eingeladen welcher den Goju-Ryu-Stil auch in Japan verbreiten wollte. Jigoro Kano (der Judo-Gründer) besuchte Okinawa im Jahr 1927 und war so beeindruckt von Sensei Miyagi dass er ihn nach Japan 1930 und 1932 einlud um Goju-Ryu-Karate bei versch. Meisterschaften zu demonstrieren.

Es war an einem dieser Turniere als einer seiner älteren Schüler Jin’an Shinzanto gefragt wurde welcher Schule er angehörte. Dieser war nicht imstande zu antworten und wandte sich fragend an Miyagi (damals waren die Karate-stile nur nach verschiedenen Regionen bzw. Städten benannt). Miyagi beschloss einen Namen für die neue einzigartige Karate-Richtung zu kreieren.

Es gibt einen alten Chinesischen Text (Übersetzung) welcher "Bubishi" genannt wird. Eine sehr bekannte geschichtliche Aufzeichung von Karate. In ihr sind die "Eight Poems Of The Fists" zu finden. Die dritte Anweisung lautete: "Der Weg einzuatmen und auszuatmen is stark und zugleich weich". Go heisst hart und Ju heisst weich. Da Miyagis Stil eine Kombination aus diesen Elementen war entschied er sich seinen Stil Goju-Ryu zu nennen. Das wurde auch 1933 offiziell in der Japanese Martial Arts Association aufgenommen. Im selben Jahr präsentierte er sein Werk "Das Gerüst von Karate-do".

Im folgenden Jahr wurde Miyagi Vorsitzender der Okinawa Butoku-Kai Association und reiste später nach Hawaii um dort einige Jahre Karate zu lehren. Bei seiner Rückkehr nach Naha wurde Miyagi vom Bildungsministerium für ausgezeichnete Dienste im Bereich Leibeserziehung/Sport geehrt.

1936 ging er nach China zurück um noch mehr Wissen über Karate anzusammeln. Diesmal führte ihn die Reise nach Shanghai. Wieder zurückgekehrt 1937 wurde er mit der selben Auszeichnung in Japan geehrt. 1940 kreierte er die Anfängerkatas Gekisai Dai Ichi und Gekisai Dai Ni.

Die Zeit der Besetzung durch die Allierten in Okinawa war für das Karate sehr bewegt. Viele Menschen starben. Auch ein Sohn von Miyagi und zwei von seinen Töchtern und sein langjähriger Schüler Jin’an Shinzato kam in der Kriegszeit um. Er musste während des Kriegs und auch in der Wiederaufbauphase das Training stark reduzieren bzw. aufzugeben.

1946 wurde er Direktor der Vereining für Leibeserziehung in Okinawa. Er nahm sein intensives Training wieder auf und lehrte auch die Polizei-Akademie. Weiters gründete er ein Hinterhof-Dojo, bekannt als das Garten-Dojo.

Das war der Platz an dem auch berühmte Meister wie An'ichi Miyagi, Seiko Higa, Meitoku Yagi, Ei'ichi Miyazato und Seikichi Toguchi und für kurze Zeit auch Teruo Chinen trainierten. Viele weitere Karatekas trainierten auch dort.

Sensei Miyagi starb am 8. Okt. 1953 an einem Herzinfarkt (die plausibelste Erklärung) oder an einer Gehirnblutung im Alter von 65 Jahren. Sein Vermächtnis über Karate lebte in seinen Schülern und den vielen namentlich nicht erwähnten Karatekas weiter welchen den Einfluss von Goju-Ryu-Karate fortsetzen und die Tradition weiterführten.

 
Gogen Yamaguchi
 
Gogen Yamaguch, mehr bekannt unter dem Spitznamen "The Cat", wurde am 21. Januar 1909 geboren. Sein erstes formelles Training war in Jigen Ryu kenjutsu, der Stil von dem Satsuma Samurai welcher 1609 Okinawa besetzte.

Yamaguchi trainierte später unter Takeo Murate, ein Naha-te Stylist welcher in Japan lebte.

Yamaguchi führte Karate an der Ritsumeikan Universität ein noch bevor er Chojun Miyagi 1929 traf. Er arbeitete weiter die All-Japan Goju-Kai Karate Do Association im Jahr 1935 als oberstes Organ des Japan Goju-Ryu-Systems zu begründen.

Er führte das Jiyu Kumite (free sparring) 1936 ein. Das wurde die Basis von Sportkarate wie es auch heute trainiert wird. 1939 wurde Yamaguchi in die Manschurei geschickt um als Offizier zu dienen. Er wurde von den Russen gefangengenommen und erst 1947 wieder freigelassen. In dieser Zeit wurde er von den Russen sehr schlecht behandelt (gefoltert), welche aber seine Psyche nicht brechen konnten.

Es gibt eine berühmte Geschichte wonach er in einem Käfig mit einem hungrigen Tiger gesperrt wurde und diesen mit seinen blossen Händen gekillt hat. (Diese Geschichte ist schwer zu beweisen)

Sein Sohn Gosen war unter den ersten welche Goju Ryu in den USA gegründet haben. Dies war 1963. Sein anderer Sohn Gosei folgte 1964 und ist immer noch Leiter des Goju-Kai von San Francisco.

Yamaguchi war einer der Mitbegründer der All Japan Karate-Do Federation 1964, welche erfolgreich einige der führenden Karateschulen vereinte. Er wurde vom Kaiser Ranju-hosho für seine Verdienste geehrt.

1966 schrieb er das Buch "Karate: Goju-Ryu by the Cat". Es ist unter Goju-Ryu-Karatekas eines der begehrtesten Bücher zu dieser Stilrichtung. Er starb am 20. Mai 1989 im Alter von 80 Jahren. Sein Lebenswerk über Goju-Ryu-Karate lebt durch seine Söhne Gosin, Gosei und Goshi sowie durch seine vielen bekannten Schüler wie Peter Urban, Seigo Tada, Alberto Evangelista und Bob Dalgleish weiter.

   
 
 
Morio Higaonna
   
  Morio Higaonna wurde 1938, wie viele berühmte Karatekas, in Naha, Okinawa geboren. Seine Familie wanderte nach Südjapan aus bevor die Amerikaner 1945 die Insel besetzten. Kurz nach dem Krieg kehrte er wieder zurück. Er begann im Alter von 14 das Training mit seinem Vater, einem Polizisten, in Shorin Ryu. Er trainierte mit Ei’ichi Miyazato am Jundokan und später mit An’ichi Miyagi. Beide waren Schüler von Chojun Miyagi.

Er zog 1968 nach Tokio und studierte Handelswissenschaften an der Takushoku Universität und begann bald als Karate-Lehrer am Yoyogi Dojo. Higaonna unterichtete 15 Jahre und kehrte dann zu seinem Geburtsort Okinawa zurück. 1979 gründete er die IOGKF (International Okinawan Goju-Ryu Karate Federation) welche jetzt in über 30 Ländern vertreten ist.

Er ist Author von 4 Büchern: "Traditional Karatedo – Okinawa Goju Ryu". Es gibt auch einige Videos von ihm über seine detaillierten Karatetechniken. Sein letztes Buch über "The History of Karate – Goju Ryu" ist ein MUSS für jeden geschichtsinteressierten Karateka seines Stils.

Er ist einer der angesehensten Persönlichkeiten im Goju-Ryu-Karate weltweit.

   
 
 
Takeji Ogawa
   
  Shihan (Großmeister) Takeji Ogawa kam 1970 nach Österreich. Ab 1973 trainierte er in Linz die Vereine HSV-Linz und "Landesregierung". Seit 1974 trainiert er den Goju Kai Steyr.

In den Jahren 1985 bis 1992 war Shihan Ogawa Österreichischer Bundestrainer. Unter seiner Leitung gelang dem österreichischen Karatesport der Anschluss an die internationale Spitze.

Im Frühjahr 1998 wurde Shihan T. Ogawa von der WORLD KARATE CONFEDERATION im Rahmen der 1. WKC Championships der 8. Dan verliehen.

Sensei Ogawa ist auch Mitbegründer des Karateverein Wartberg.

Sensei Ogawa hat das österreichische Karate und speziell Goju-Ryu in Österreich erst publik gemacht.
Er wird als einer der ganz Grossen in die Geschichte des Karate eingehen.
Sensei Ogawa ist Seminarleiter in ganz Europa und aufgrund seines Fachwissens eine äusserst kompetente Persönlichkeit. Wir sind stolz darauf Ihn immer wieder als Referent/Trainer in unserem Dojo zu haben.

   
  Über Karate und Kata von Morio Higaonna
   
  Eine Kata ist eine Abfolge von Bewegungen welche eine Serie von realistischen und praktischen Angriffs- und Verteidigungsübungen beinhaltet. Jede Kata besteht aus verschiedenen bestimmten Bewegungen welche der Schüler alleine ohne Partner machen kann.

Diese Katas sind von früheren Meistern nach mehreren Jahren Forschung, Training und Kampferfahrung kreiert worden. Die Serien der Techniken in den Katas wurden in echten Kämpfen getestet. Auf diesem Weg wurde jede Kata getestet und verfeinert und bis zum derzeitigen Stand weiterentwickelt.

Wegen der Komplexität der Entwicklung ist es unmöglich die genauen Ursprünge der Kata zu rekonstruieren.

Die alten Meister haben immer wieder die Kampftechniken und Bewegungen der Tiere in Kämpfen untereinander, Kampf Tier gegen Mensch oder Mensch gegen Mensch, beobachtet. Sie haben auch die Physiologie des menschlichen Körpers und seine Reaktionen im Kampf, sowie die gesamte Blutzirkulation rund um die Uhr, die Verwundbarkeit an den Lebenspunkten in Realtion zur jeweiligen Tageszeit, bekannte Naturgesetze wie Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und Flut oder Ebbe, in ihren Forschungen miteinbezogen. Alle diese Elemente sind in die Kata eingearbeitet worden!

Der Grund bzw. Zweck warum die Kata überhaupt entwickelt worden ist wandelte sich wie die Kata selbst mit der Zeit. Zum Beispiel wurde in China vor 1600 Jahren die Kata für Selbstverteidigung entwickelt und trainiert, wobei die buddhistischen Mönche die Kata für die Stärkung von Geist und Körper übten.

Die wirkliche Bedeutung und der Sinn von Karate sind in der Kata am besten verdeutlicht. Nur wenn man die Kata intensiv trainiert kann man den Sinn verstehen. Darum dürfen wir die Katas nicht verändern oder vereinfachen da sonst der Sinn und Mythos der Kata verloren geht.

Im Karate gibt es keinen ersten Angriff ! Jede Kata beginnt mit einer Verteidigungsstellung was eigentlich schon den Spirit verdeutlicht. Es ist nicht nur so dass es keinen ersten Angriff gibt, sondern am besten ist auch die Vermeidung eines Kampfes. DARUM HEISST ES DASS KARATE DIE KUNST DES WEISEN MANNES IST!

Um die Kata (bzw. Katas) korrekt machen zu können muss die jeweilige Kata immer und immer wieder geübt und trainiert werden. Nur durch dauerndes Üben können die Bewegungen in Fleisch und Blut übergehen. Erfreulicherweise ist die Kata ein Teil von Karate der alleine ohne Partner überall und zu jeder Zeit geübt werden kann. Wenn eine gut durchtrainierte Person mit voller Kraft und sauberen Bewegungen eine Kata macht (zeigt) sieht man die ästhetischen Bewegungen und die Qualität der Kata.

Fast alle Goju-Ryu-Katas sind von Higaonna Kanryo Sensei weitergegeben worden. Kanryo Higaonna hat viele Jahre bei Sensei Ryu Ryuko in Fukien, China, die Katas studiert und trainiert.
Folgende Katas wurden überliefert: Sanchin, Saifa, Seiyunchin, Shisochin, Sanseru, Sepai, Kururunfa, Sesan, und Suparinpei.

Die Namen der Karate-Vorfahren welche die Katas seinerzeit kreiert haben sind leider nicht bis in die heutige Zeit überliefert worden.
Viele der Namen der Katas sind chinesiche Nummernsymbole buddhistischen Glaubens.

Zum Beispiel Suparinpei:
Die Nummer 108 aus dem Chinesischen, hat eine spezielle Bedeutung. Man glaubte (glaubt) dass der Mensch 108 böse Eigenschaften hat und so hat man in den buddhistischen Tempeln am 31. Dezember des Jahres die Glocke 108 mal geläutet um die bösen Geister zu vertreiben.
Die Zahl 108 in Suparinpei kommt von 36 mal 3. Das Symbol für die Zahl 36 kommt von der Bedeutung Sanseru welche folgt. Die Zahl 3 symbolisiert Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Sanseru, in chinesischen Schriftzeichen geschrieben, bedeutet also die Zahl 36. Symbolisch wird das berechnet als 6 mal 6. Die erste 6 representiert Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper und Geist. Die zweite 6 bedeutet Farbe, Stimme, Geschmackssinn, Geruch, Gefühl (Berührung) und Gerechtigkeit.
Sepai bedeutet "Nummer 18". Es berechnet sich aus 6 mal 3. Die 6 ist der zweite Teil aus Sanseru (die zweiten 6). Die 3 repräsentiert Das Gute, Das Böse und Frieden.

Die vier Katas Gekisai Dai Ichi, Gekisai Dai Ni, die weiterentwickelte Sanchin, und Tensho sind relativ neu und wurden von Miyagi Chojun Sensei kreiert. Gekisai Dai Ichi und Dai Ni sind von Miyagi Sensei entwickelt worden um Karate auch unter jüngeren Leuten einzuführen und das Training einfacher zu gestalten. Diese beiden Katas, mit extremem Bewegungen, sind relativ einfach zu verstehen.

Miyagi Chojun Sensei's Sanchin bewahrte den Hauptteil von Higaonna Kanryo Sensei's Sanchin, von welcher es eine Variation ist. Miyagi Sensei entwickelte die Kata hauptsächlich als Bindeglied zu den alten Katas. Die Kata fordert eine besondere Verwendung der Muskelnpartien zu einer symmetrischen Entwicklung. Das ist eine wichtige Optimierung für den Gebrauch des Körpers und speziell als Verhinderung einer Verletzung oder Abnützung von Rücken oder anderen Muskelpartien.
In Anbetracht dess repräsentiert Sanchin kata das "Go" (das Harte) von Goju und Tensho kata alss das "JU" (das Weiche) von Goju.
Eines der Ziele von Tensho kata ist Konzentration auf einen Punkt während sanfter Handbewegungen. Ausserdem wird während dieser Übung gewaltige Energie frei.

   
  Okinawan Goju Ryu Kata Liste
   
 
Fukyu I
Fukyu II
Gekisai-dai-ichi
Gekisai-dai-ni
Sanchin
Saifa
Tensho
Seisan
Seiyunchin
Shisochin
Sanseru
Sepai
Kururunfa
Suparinpei
Hakutsuru
   
 
Graduierung
   
  Im Goju-Ryu-Stil wie auch in anderen Karate-Stilen und Japanischen Kampfrichtungen, gibt es ein System von Gürtelgraden welches die Erfahrung und Trainingskompetenz des Karatekas zeigen soll. Die Prüfungskriterien variieren von Verein zu Verein und Organisation zu Organisation. Selbst die Farbe und Gestalt der Gürtel variiert oft.

Kyu-Grades sind farbige Gürtel von weiss bis braun, während Dan-Grade scharze Gürtel und Meistergrade sind. Manche Schulen/Vereine verwenden weisse oder rote Gürtel als höhere Meistergrade, speziell vom 5. bis 7. Dan und aufwärts. Die roten Gürtel sind reserviert für Dan-Grade von 9 und 10 oder Stilrichtungsgründer!

Das westeuropäische System geht von Weiss – Gelb – Orange – Grün – Blau – Violett – Braun (3.Kyu) – Braun (2. Kyu) – Braun (1. Kyu).
Es kann aber auch sein dass eine Karate-Schule nur von Weiss – Grün – Braun – Schwarz geht.
Oder aber auch dass die Gürtelgrade nur von Weiss – Schwarz gehen.
In Europa wurden verschiedene Farben zur Motivation der Schüler eingeführt.

Kyu-Gürtel sind übergeben als "Mudansha", während schwarze Gürtel übergeben sind als "Yudansha". Ehrentitel sind auch heute in Verwendung.
Sensei heisst "Lehrer" eigentlich wörtlich übersetzt: "Einer der früher ging/anfing".
Shihan ist eine allgemeine Bezeichnung für "Lehrer über alle Lehrer" – heisst Grossmeister.
Andere Grossmeister-Bezeichnungen sind Kyoshi, Renshi and Hanshi, welche ab höheren Gürtelgraden vergeben werden. Die Gründer von Organisationen oder Stilrichtungen werden "Soke" genannt.

   
  Hojo Undo
   
  Hojo Undo sind Ergänzungsübungen welche die Kondition durch Trainingsgeräte fördern.
Sie sind speziell für die Selbstverteidigungstechniken im Goju-Ryu-System entwickelt worden. Die folgenden sind einige Beispiele und ihr Gebrauch (leider keine Fotos vorhanden).
   
  Chishi
Chishi ist ein Beton- oder Steingewicht am Ende eines hölzernen Griffs. Es wird hauptsächlich benützt um folgende Muskelpartien bzw. Fähigkeiten zu stärken: Greiffähigkeit, Gelenke der Ellenbogen, Handgelenke und Schultern.
Die Übungen trainieren die Muskeln welche für Block- Schlag- und Greif-/Fass-Techniken notwendig sind.

Nigiri Game
Das sind Tonvasen mit einer Krempe an welcher man die Vase mit den Fingern packen kann. Man kann Sand einfüllen um das Gewicht zu erhöhen. Das Greifen dieser Vasen erhöht die Greif- und Reisskraft.

Makiwara
Der Makiwara ist ein Holzpflock umbunden mit Stroh oder Gummi am oberen Ende. Perfekt für das Training von Schlagübungen zum Körper des Gegners und Training von Kime.

Ishisashi
Das ist ein Stein-Schloss welches einer alten Rüstung ähnelt. Training zur Stärkung von Armen und Geleken.

Tan
Das ähnelt einer Hantel. Meistens aus Holz gemacht mit Gewichtern an den Enden. Wird hauptsächlich über die Unterarme und zurück gerollt oder um die Hüften gedreht. Stärkt die angesprochenen Partien.

Tou
Ein Bündel aus Bambus-Stangen welche an einem Ende zusammengebunden sind. Für "Nukite"-Training.

Jari Bako
Eine Truhe/Schachtel mit Sand, Bohnen oder Kies gefüllt. Man stösst mit den Fingern hinein um die Hände zu stärken.

Tetsu Geta
Das sind "Eisenschuhe"/Eisengewichte um die Fusstechniken zu verbessern.

Kongoken
Das ist ein schweres Rad welches man alleine oder mit Partner verwendet. Für Stärkung von Körper und Konditon für Kontakt.

Sashi Ishi
Ein kurzer Holzstock mit einem Gewicht in der Mitte.

Makiage Kigu
Das ist eine "Handgelenkswalze". Ein hölzerner Griff mit einem Gewicht das in der Mitte an einem Seil hängt. Man dreht das Holz und wickelt das Gewicht in eine Seite auf. Steigerung der Handgelenke und Greifkraft.

Tetsuarei
Normale Hanteln. Wie im Fitness-Studio.
Das sind traditionelle Traininsgeräte eines Goju-Ryu-Karatekas für zusätzliches Training. Natürlich gibt es auch moderne Trainingsgeräte und Methoden welche Kondition und Kraft steigern. Z.B. Schwere Taschen/Gewichte, Medizinbälle sowie versch. Fitnessgeräte oder Hanteln.
   
  Zeittafel der Ereignisse
   
 
1851
Kanryo Higaonna, der Gründer von Naha-Te, wird am 10. März geboren
1866
Kanryo Higaonna segelt to Fukien (Provinz in China), wo er Chinese Martial Arts unter Ryu Ryuko studierte
1888
Chojun Miyagi, Gründer des Goju Ryu, wird am 25. April geboren
1890
Kanryo Higaonna führt Naha-Te und Atmungsübungen, genannt Sanchin, ein
1902
Chojun Miyagi beginnt das Training mit Kanryo Higaonna
1909
Gogen Yamaguchi, der Gründer von Japan Goju Ryu, wird am 21. Jänner geboren
1912
Meitoku Yagi, Gründer von Meibukan Goju Ryu and Chojun Miyagi's späterer Nachfolger wird am 6. März geboren
1915
Kanryo Higaonna stirbt am 23. Dez.
Chojun Miyagi reist nach Foochow (Provinz in China) und trainiert verschiedene hiesige Stile
1922
Eiichi Miyazato, Gründer von Jundokan Goju Ryu, wird am 5. Juli geboren
1927-1928
Chojun Miyagi gründet Goju Ryu Karate, und gibt dem Stil als erster einen Namen,
der nicht der Name der Stadt ist in der der Meister lebt
1928
Chojun Miyagi reist nach Japan und lehrt Karate-Techniken an Universitäten
1930
Gogen Yamaguchi gründet die Japan Goju Ryu Zentrale
Chojun Miyagi benennt den Karate Division Chairman von Okinawa Präfäktur Sportvereinigung
1934
Chojun Miyagi hält Vorträge und lehrt Karate in Hawaii. Er wird ausserdem Vorsitzender Dai Nippon Butokukai (Grosse Japanische Kriegerische Ehrenvereinigung)
Peter Urban wird am 14. Aug. in Jersey City geboren
1935
Alle Japanischen Goju-Kai Karate-Do Vereinigungen wurden von Gogen Yamaguchi gegründet, der auch das Jiyu-Kumite (Freikampf) ins Leben rief. Das war die Basis des heutigen Karate.
Gosei Yamaguchi wird am 15. Jänner in Kyoto geboren
1936
Chojun Miyagi erhält eine Meaille für "Excellence in the Martial Arts" vom Japanischen Erziehungsministerium. Er reist auch nach Shanghai und studiert "Chinese Mrtial Ats" am Seibu Dai Iku Kai (Grosse Sportvereinigung reiner asiatischer Kampfsportarten).
1937
Chojun Miyagi gründet zusammen mit Vertretern anderer Stile die Dai Nippon Butokukai Karate Jukkyoshi (Grosse Japanische Kampfsport Karate Lehrer Vereinigung).
Er erhält auch ein Kyoshi-Dekret von Dai Nippon Butokukai.
1938
Masanobu Shinjo, Gründer des Shobukanstil wird geboren.
Morio Higaonna, Gründer der IOGKF wird am 25. Dezember geboren.
1939
Gogen Yamaguchi wird in die Mandschurei als Offizier gesandt,
wo er von den Russen gefangengenommen und festgehalten wird.
1940
Chojun Miyagi kreiert die Katas Gekisai Dai Ichi and Gekisai Dai Ni.
1947
Gogen Yamaguchi wird von den Russen freigelassen und kehrt nach Japan zurück.
1950
Gogen Yamaguchi gründet das Karate-Do Goju-Kai in Tokyo.
1953
Chojun Miyagi stirbt am 8. Oktober.
Meitoku Yagi gründet Meibukan.
1959
Peter Urban bringt Goju Ryu in die Vereinigen Staaten.
1960
Anthony Mirakian bringt Okinawan Goju Ryu (Meibukan) nach Amerika.
1963
Meitoku Yagi erhält Chojun Miyagi's Karate Gi und Gürtel als sein offizieller Nachfolger.
Gosen Yamaguchi beginnt den Goju Ryu Karate Unterricht San Francisco.
Lou Angel reist nach Japan um mit Gogen Yamaguchi in der Goju-Kai Zentrale-Ueno, Japan, zu studieren.
1964
Gosei Yamaguchi verbündet sich mit seinem Bruder Goshi in San Francisco.
Mit Gogen Yamaguchis Hilfe wird die the All Japan Karate-Do Federation gegründet.
1979
Morio Higaonna gründet die International Okinawan Goju Ryu Karate-Do Federation (IOGKF)
1989
Gogen Yamaguchi stirbt am 20. Mai.
   
Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Homepage GOJU-RYU Karate, by Rob Monaco, Kanada